Traumatherapie und EMDR
In meiner Behandlung führe ich eine klassische dreigliedrige Traumatherapie durch:
- Einführung, Diagnostik, Aufklärung über den Ablauf der Therapie, Stabilisierungsübungen
- Traumakonfrontation (in der Regel mit EMDR oder CPT)
- Umsetzung im Alltag, Transfer, weitere Lebensthemen
EMDR
EMDR (Eye Movement Desensitization and Reprocessing) ist eines der am besten untersuchten und wissenschaftlich evaluierten Traumakonfrontationsverfahren, die wir kennen. Es ist das einzige Verfahren, das von den deutschen Krankenkassen als Zusatzqualifikation anerkannt ist.
Grundlage des EMDR ist das Modell der adaptiven Informationsverarbeitung (Adaptive Information Processing: AIP) nach Francine Shapiro. 1987 veröffentlichte die US-amerikanische Psychotherapeutin die Theorie, dass traumatische Erinnerungen nicht wie andere Erinnerungen im Gehirn abgelegt sind. Sie sind, auf Grund des hohen Stresslevels im Moment der Traumatisierung, fragmentiert (also zerstückelt und schlicht „falsch“) gespeichert worden. Diese Stückelung kann durch EMDR aufgelöst werden und so zu einer „Korrektur“ der Erinnerung, also Vervollständigung und regulären Speicherung, beitragen.
Kernelement des EMDR ist die bilaterale Stimulation: Beide Gehirnhälften werden abwechselnd kurz stimuliert, um einen Verarbeitungsprozess anzuregen. Diese Stimulation kann visuell, akustisch oder taktil erfolgen. Ich nutze in meiner Behandlung folgende Arten der Stimulation:
- Visuell: Ich bewege meine Hand so vor Ihrem Gesicht, dass sich die Augen in der richtigen Geschwindigkeit hin- und herbewegen
- Akustisch: Über Kopfhörer und Ihr Handy nutzen Sie entweder die Audiodatei von meiner Homepage (siehe Startseite) oder ein für Sie passendes Youtube-Video
- Taktil: Für die taktile Stimulation nutze ich in der Regel EMDR-Pulsatoren, die ich über mein Handy steuern kann. Alternativ können Sie die Stimulation selbst durchführen, indem Sie leicht auf Ihre Oberschenkel („tapping“) oder Schultern klopfen (sog. Butterfly hug).
Ein Set bilaterale Stimulation dauert 24 bis 50 Sekunden und wird von einem kurzen Austausch unterbrochen. Diese Pause dient dazu, Überflutung zu vermeiden und Korrekturen im Prozess vorzunehmen.
Ich führe EMDR als Einzel- oder Doppelsitzungen durch. Wie viele EMDR-Einheiten benötigt werden, ist unterschiedlich. Meist führe ich Blöcke von zwei bis vier EMDR-Sitzungen im Wechsel mit klassischen gesprächstherapeutischen Phasen durch.
CPT (Cognitive Processing Therapy)
In meiner Praxis nutze ich die CPT-Version nach König, Resick et al. in der 1. Auflage von 2012. Dabei handelt es sich um ein strukturiertes, standardisiertes Therapiemanual mit sehr guten Wirksamkeitsnachweisen. Schwerpunkt ist die kognitive Verarbeitung traumatischer Erfahrungen, also die systematische Analyse aller mit dem Trauma verbundenen Gedanken und Überzeugungen. Die CPT setzt die Bereitschaft zur regelmäßigen Bearbeitung von Hausaufgaben voraus.
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